Erkenntnis

Jede beliebige ausgewählte Gruppe kann nicht klüger sein als ihr intelligenteste Mitglied, ist aber mindestens so dumm wie alle Trottel dieser Gruppe zusammen.

© Dr. Alexander Sarras

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20. November 2013 · 22:05

Wenn der Krebs der Schlaflosigkeit die Krone klaut

Insomnia

Freitag, der 27. November 2020. Das apokalyptische Jahr. Draußen ist es nebelig, trüb, deprimierend in einem Wort!

Es ist nun Fünf vor Fünf. In der Früh! Eigentlich müßte man ja „Nacht” dazu sagen.

Offensichtlich hat der Versuch, jetzt doch noch einzuschlafen — und warum sollte das auf einmal klappen — eine knappe Stunde bevor der Wecker klingeln wird, wohl auch keinen Sinn mehr. Also, lasse ich es gleich bleiben. Stehe auf, und wanke mit schlurfendem Schritt in die Küche.

Es ist wieder einer von jenen Tagen. Einer, wo ich eben nicht einfach, sollte ich knapp vor dem Morgen vor Erschöpfung einschlafen, kurzerhand bis Mittag im Bett bleiben könnte. Es ist nämlich ein Chemo-Tag!

Kurz nach halb sieben steht der Krankentransportwagen des Roten Kreuz vor der Haustür um mich nach Krems ins dortige Universitätsklinikum zu verfrachten. Dort werde ich mich dem vierten Zyklus meiner Chemotherapie unterziehen.

Krems

Pünktlich um Null-Achthundert Uhr bin ich aus dem Lift im sechsten Stock des Klinikums geschoben worden. Mit beim Eingang erhaltener chinesischer Billig-Maske vor dem Gesicht (laut Aufdruck FFP2, habe aber berechtigte Zweifel).

Nach dem Beziehen meines Stamm-Zimmers, inklusive hastiger Anfrage der Pflegekraft, ob ich schon gefrühstückt habe — als Sonderklasse-Patient ist es schon angenehmer, auch wenn die Tatsache, daß es letztlich eine 3-Klassen-Medizin in Österreich gibt (Zusatzversicherter, Pflichtversicherter, und Nichtversicherter) immer wieder auffällt — folgt das übliche Program: Aufnahmegespräch, Blut-Abnahme und — krächz — CoVid-Test. Immer schön rein durch die Nase! Inzwischen ist das Frühstück kalt.

Man könnte sich fast daran gewöhnen. Nun, etwas muß man hier wohl auch anerkennen, immerhin werde ich nahezu wöchentlich (3×1 Woche, dann 1×2 Wochen Abstand) Corona-getestet. Ich kann mir wohl sicher sein, bei meinen minimalen Kontakten Niemanden einem Infektionsrisiko auszusetzen. Wer hat schon diesen psychischen Luxus?

Irgendwann wird die Visite kommen, ob die Chemotherapie weiter gehen kann, wird ja von Termin zu Termin, nach Vorliegen des aktuellen Blutbildes, entschieden. Also bereite ich mich mental schon mal auf eine längere Wartezeit, so bis zu Mittagessen, vor.

Doch schon nach etwas mehr als einer Stunde (und das ist wirklich rasch, wenn man die dahinter liegenden Abläufe bedenkt) stürmte ein Oberarzt in mein — nur durch mich belegtes — Zwei-Bett-Zimmer. Und es ist Dr. Mayr, mein Lieblingsarzt hier in Krems. Jener Arzt, der mit mir ein sehr ausführliches und verständnisvolles, aber eben auch unverblümt informatives Gespräch vor dem Beginn der Chemotherapie geführt hatte. Nach der Eröffnung, dass er eh noch bei der Visite kommt, die Mitteilung der Blutbefund ist OK, und wenn es mir recht ist, bestellt er jetzt die Chemo. Und dann kann er die gute Nachricht, er scheint vor Freude fast auf der Stelle zu tanzen, nicht mehr zurück halten: Der signifikant Tumor-Marker (CA-19-9) ist von 101 auf 83 gesunken. (NB: Sollte zwischen 0 und 27 liegen , also immer noch zu hoch).

Das Ganze, kombiniert mit der Tatsache, das in meinem Blut keinerlei Krebszellen auffindbar waren, motiviert doch. Am Meisten jedoch die offensichtliche Freude des Arztes.

Der Tag ist möglicherweise doch nicht so Exkrement, wie ich in der Früh noch dachte…

(* to be continued — or not *)

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Corona, was sonst!

In Österreich ist das ein ewiges Hin- und Her!

Also, jetzt werden „Maßnahmen“ in orangen Bezirken in Niederösterreich verschärft. Aber ein Lockdown soll ja um jeden Preis vermieden werden. Offenbar wird der als zu negativ für den (Wirtschafts-)Standort Österreich angesehen.

Was ich halt so vermisse ist Planung

Aber, laßt uns mal in Ruhe nachdenken, über das, was bisher geschah. Ah, ja, eigentlich nicht viel, oder? Einerseits macht sich unser Hr. Bundeskanzler Kurz sorgen um die Arbeitslosenzahlen, und erklärt genau das zur Chef-Sache. Wohl weil die Fa. MAN in Oberösterreich ein paar Jobs abbaut — bitte, jetzt nicht falsch verstehen, es ist ungut, aber bei einer Pandemie, mit allein in Österreich über 50.000 Erkrankten (offizieller Stand: 6. Oktober 2020)?
Andererseits gilt seit gestern in Paris und Umgebung „maximale Alarmstufe“ und in der Tschechei wurde der „Notstand“ ausgerufen. Sollte wohl allen zu denken geben… Aber bei uns. Sendepause: „Tu Felix Austria“, wir warten wohl mal ab.

Dann nützen wir doch bitte die (Warte-)Zeit!

Wir werden diesen Virus — und andere, ähnliche Viren — wohl länger nicht los werden.

Wenn aber eh keine durchgängigen, für alle Betroffenen gleich nachvollziehbare Maßnahmen gesetzt werden, sondern wir halt die national-typische Lösung (Wursteln, Warten, Fleckerteppich) propagieren, dann denken wir bitte mal auch über ein paar Punkte ordentlich nach:

  • Maskenpflicht: Sollten wir jetzt mal echt andenken!
  • Wie wollen wir mit HomeOffice, HomeSchooling &c umgehen: Das letzte Mal hat einige Betroffene schon an ihre psychischen Limits gebracht. Da gehört ganz klar Vorsorge getroffen.
  • Das Einkaufen: Natürlich gibt es Online-Möglichkeiten. Und Zustellung. Geht aber auch nicht immer zeit-nah. Und da sollte auch priorisieren werden. Nach Notwendigkeiten wie besondere Risiko-Gruppen, Behinderungen, Alter, etc….
    Ansonsten, wenn man einkaufen gehen/fahren kann, dann vielleicht auch mit Timeslots? Alle zugleich im Supermarkt ist ja auch irgendwie blöde…

Und die Wirtschaft?

Die geht inzwischen in Österreich den sprichwörtlichen Bach runter? Aber wieso denn! Wir könnten hier auch die Chancen sehen. Und damit meine ich jetzt nicht Stoffmasken schneidern…

Nein, aber:

  • Filtersystem für/und Klimaanlagen, die tatsächlich auch Virologen und Epidemologen zufriedenstellen.
  • Zugangsprüf- bzw. Kontrollsysteme (für Lokale, Geschäfte, Behörden, Schulen,.) die nicht nur helfen Diskussionen zu vermeiden, sondern auch den Vorgaben des Datenschutzes in Europa entsprechen.
  • Semi-Autonome Fahrsysteme für Logistische Systeme (oder auch für die Haus-Versorgung) — Semi? Klar. Es muss nicht alles voll-automatisch ablaufen. Kostet damit weniger Arbeitsplätze, und ist legistisch leichter umzusetzen…

Österreich ist nun mal kein billiges Produktionsland. Aber viele Standortprobleme, die wir haben resultieren genau aus diesem Problem. Und unser „Lösungsansatz“ ist immer derselbe. Verhandeln und dem Konzern irgendwie entgegenkommen.
Das geht schon lange nicht mehr wirklich gut… Also, nutzen wir die Chance!

Also, warum passiert nix!?

Und Eines sollten wir auch nicht vergessen: Jetzt, genau jetzt, wäre die große Chance unser Land und Leben so umzustellen, dass die Natur wieder „zu ihrem Recht“ kommt und dabei trotzdem niemanden in den Ruin zu treiben. Wann, wenn nicht jetzt!

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Deus vult?

Nach langer Zeit

sehe ich mich veranlaßt, mir mal wieder Einiges „von der Seele“ schreiben zu müßen. Doch vorab eine (kurze) Erklärung des Titels. Oder wohl eher Übersetzung aus dem Latein: Deus vult! war das Motto des ersten Kreuzzuges — einer an Grauslichkeit und Grausamkeit schwer zu überbietenden Aktion, welche von Papst Urban II durch dessen Predigt am 27.November 1095 bei der Synode von Clermont ins Leben gerufen wurde — und heißt nichts Anderes als: „Gott will es!“ Wobei die Menschen im Jahre 1095 auch schon nicht mehr richtig Latein konnten und es zu einem „Deus lo vult!“ verbogen …

Ich habe dieses Motto einfach geklaut und als Frage formuliert: „Gott will es [so]?

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