Studiengebühren in Österreich? Ein Denkanstoß!

Es ist wieder soweit!

Österreich’s Politiker und sogenannte (besser: selbst-ernannte) Experten diskutieren wieder einmal weltfremd und hirnlos (oder sollte man sagen: ideologisch verblendet) über die Finanzierung der Universitäten.

Zur Erinnerung: Das österreichische Hochschulsystem wird von den in Österreich Steuerpflichtigen finanziert und erhalten. Ursprünglich zu 100%, inzwischen versucht man vor Allem im Bereich der Forschung über den Weg der Drittmittelfinanzierung weitere Gelder aufzutreiben.

Nun gibt es aufgrund von (durchaus im Sinne der Freizügigkeit in der EU verständliche) Entscheidungen der obersten EU-Gremien, welche in Österreich doch zu Ressentiments und auch Problemen für Österreichs Studierende führen. Dies liegt insbesonders daran, daß in Österreich der Zugang zum Studium grundsätzlich nur von der Studienberechtigungsprüfung, diese ist im Normalfall die bestandene Reifeprüfung (in Österreich: Matura, in Deutschland: Abitur), abhängt, im Unterschied zu anderen EU-Ländern (nota bene: Deutschland) der dabei erzielte Notenschnitt nicht die Auswahl der möglichen Studien einschränkt.

Dies führt logischerweise zu klaren Konsequenzen: Es ist für einen deutschen Studenten, welcher nicht die Aufnahmebedingungen für sein Wunschstudium in Deutschland erfüllt, problemlos möglich dieses Studium (mit dem  besonderen Bonus, es in seiner Sprache absolvieren zu können) in Österreich zu inskribieren. Dies, auf Grund der in manchen Fächern großen Anzahl,  zum dezidierten Nachteil österreichischer Studenten.

Ah ja, es gibt keine wie auch immer geartete Beteiligung deutscher Steuerzahler an österreichischen Universitäten!

Dennoch ist das Problem simpel und EU-konform lösbar. Tatsächlich ist die Lösung dermaßen einfach, daß es unverständlich ist, warum den Verantwortlichen diese nicht schon lange eingefallen ist. Außer natürlich es gibt wieder einmal andere Gründe, wie z.B. die Volksverdummung zu fördern. 

 Die Lösung

Natürlich Studiengebühren! Mir ist völlig klar, daß an dieser Stelle die Ideologen aufhören zu lesen. Jene, welche sich trotz aller Maßnahmen einen Rest von Intelligenz bewahrt haben, ersuche ich trotzdem weiterzulesen.

Die wesentlichen Argumente gegen Studiengebühren lauteten immer:

  • Bildung müsse frei sein.
  • Gebühren stellen einen sozialen Filter dar.

Ich möchte kurz nun kurz ausführen, wie die obigen Forderungen trotz Einführung von Studiengebühren in beliebiger Höhe (ja, ich persönlich denke da an 5000 Euro pro Semester oder mehr) umsetzbar sind.

  1. Bildung ist nicht frei! Sie wird von den Steuerpflichtigen Österreichs finanziert. Der Zugang zu Bildungseinrichtungen ist jedoch insofern frei, daß jeder unter Erfüllung der notwendigen Voraussetzungen diese Einrichtungen in Anspruch nehmen kann. Das ist ja Teil des Problems, da in Österreich die Voraussetzungen niedriger sind als in anderen EU-Ländern.
  2.  Gebühren können zu einem finanzellen Problem für die zur Zahlung Verpflichteten werden, und damit auch für sozial Schwächere ein Problem. Doch dagegen gibt es zwei Mittel, welche gemeinsam eingesetzt werden sollten:

    • Einerseits müssen diese Studiengebühren über zinsenlose Kredite finanzierbar sein. Dies könnte z.B. über die Länder laufen und muß auf jeden Fall als Vergabevoraussetzung einen mindestens 5-jährigen ständigen Hauptwohnsitz in Österreich einfordern.
    • Des Weiteren soll die gesamte Summe der eingezahlten Studiengebühren nach erfolgreichem Abschluß des Studiums für einen Zeitraum von 10, 15 oder 20 Jahren von der Steuer (aber nicht in Form einer Negativ-Steuer) absetzbar sein.

    Der Zeitraum zur Absetzbarkeit sollte zumindest der Laufzeit der Rückzahlung des zinslosen Kredites entsprechen.

Conlusio

Die Finanzierung der Studienplätze wird schlagartig im benötigten Ausmaß des jeweiligen Studiums ohne nennenswerte zusätzliche Belastung des staatlichen Budgets möglich. Insbesondere, da die Studiengebühren direkt an die jeweile Universität gehen, kann diese dann je nach Bedarf zusätzliche Räumlichkeiten anmieten bzw. Personal einstellen.
Das Studium bleibt für österreichische Staatsbürger aufgrund der steuerlichen Absetzbarkeit der Gebühren, weiterhin kostenfrei.
Jene, welche nach dem absolvierten Studium jedoch im Ausland arbeiten wollen, können keine Abschreibung vornehmen. Dies ist nur gerecht, da diese ja auch keine Steuern in Österreich zahlen, von welchen die genutzte Bildungseinrichtung ja primär finanziert wird. Es ist also damit zu rechnen, daß der Zugangsdruck z.B. deutscher Studenten auf österreichische medizinische Fakultäten stark nachläßt bzw. sich selbst finanziert.
Natürlich kann man hieran noch diverse Details überarbeiten, schließlich ist dies nur ein Denkanstoß. Jedenfalls hat die EU (derzeit noch) keine Eingriffsmöglichkeiten in die österreichischen Einkommenssteuergesetze, womit eine EU-Konformität dieser Regelung gewährleistet wäre. Außerdem würde ein aus Deutschland stammender, aber in Österreich ausgebildeter und promovierter Arzt im Falle einer Tätigkeit als Arzt in Österreich in den Genuß derselben Regeln kommen.
Zum Abschluß erlaube ich mir die übliche Frage zu stellen: Warum habe ich von einem derartigen Vorschlag noch nichts gehört? Ich bin mit Sicherheit nicht soviel intelligenter als die ganzen Experten und Politiker, und die Idee liegt ja auf der Hand. Warum will man das also nicht?

Ein Kommentar

Eingeordnet unter österreich, Bildung, Grantscherben, Intelligenz-Nudisten, Politik, Schaum vor der Gosch'n

Eine Antwort zu “Studiengebühren in Österreich? Ein Denkanstoß!

  1. Pingback: Who cares? Who wins? | Der Grantscherb'n

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