Das Strasser-Urteil

Also, ich meine, ich höre wohl nicht recht!

Es gebe die

JudgeGefahr eines Prominenten-Malus

bei Gerichtsurteilen! So sehen das zumindest laut dieser Zeitung die Strafrechtsexperten (?) Klaus Schwaighofer und Helmut Fuchs.

Hmm, das kann und will ich mir eigentlich nicht vorstellen. Sollte es aber dennoch so sein, so wäre den Herren Juristen zunächst einmal Folgendes ins Stammbuch zu schreiben:

  • Ein Strafausmaß von 4 Jahren ist in Relation zum in Österreich vorgesehenem Strafrahmen von „Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren“ sicher nicht hoch. Zwischen einem und zehn Jahren besteht eine Variationsmöglichkeit von genau neun Jahren (hoffentlich ist das jetzt nicht zu schnell gerechnet für die Herren Juristen), dadurch ergibt sich ein Urteil von vier Jahren als „Mindeststrafe plus ein Drittel der Variationsbreite”. Ein „mittleres” Urteile wären fünf-ein-halb Jahre. Was bitte ist also an 4 Jahren hoch? Die Mathematik?
  • Und bitte nicht mit dem Argument kommen, es wäre ja nicht das österreichische sondern das belgische oder gar englische Strafrecht anzuwenden. Auch wenn im englischen Strafrecht die Höchststrafe für ein einzelnes Delikt niedriger sein mag, so sollte man doch nicht unter den Tischfallen lassen, das die anglikanische Rechtsprechung die Addition von Urteilen kennt. Oder die berühmten „3 Mal lebenslange Haft plus 1o7 Jahre” schon vergessen? Oder, nur, weil’s gerade schön in den Kram passt?

Abgesehen davon, sehe ich kein ethisches Problem, wenn jene, die bei jeder Gelegenheit für sich und ihre Angehörigen eine Promi-Bonus in Anspruch nehmen vor Gericht  mit einem entsprechenden Malus zu rechnen haben. Dies ist sogar durch das Konzept der Generalprävention gedeckt, da Prominente ja immer eine Vorbildwirkung haben.

Oder anders: Die wollen das ja so!

LawyerParrotlegalNatürlich scheinen die Relationen nicht zu stimmen, wenn man dieses Urteil mit Urteilen in anderen Prozessen vergleicht. Insbesondere solche, wo es um Tötungsdelikte oder Vergewaltigungen geht. Aber da gibt es eine einfache Lösung: „Bitte dort den Strafrahmen besser nutzen.”

Als kleines Rechenbeispiel für alle Juristen und jene die es werden wollen – ja Sie dürfen den Telefonjoker benützen – bitte mal für die Delikte, die Sie jetzt gerade als Vergleich anführen wollten, auch ausrechnen: „Mindeststrafe plus ein Drittel der Variationsbreite”. Und wenn Sie jetzt der Meinung sind, da kommt zu wenig raus, schreiben Sie einen Brief ans Justizministerium!

Aber wie gesagt, ich will eigentlich nicht glauben, dass zwei der prominentesten Juristen in Österreich … Moment, prominent? … Nööö, da geht jetzt aber meine Paranoia mit mir durch, pfui!

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Eingeordnet unter österreich, Grantscherben, Intelligenz-Nudisten, Schaum vor der Gosch'n

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