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Wenn der Krebs der Schlaflosigkeit die Krone klaut

Insomnia

Freitag, der 27. November 2020. Das apokalyptische Jahr. Draußen ist es nebelig, trüb, deprimierend in einem Wort!

Es ist nun Fünf vor Fünf. In der Früh! Eigentlich müßte man ja „Nacht” dazu sagen.

Offensichtlich hat der Versuch, jetzt doch noch einzuschlafen — und warum sollte das auf einmal klappen — eine knappe Stunde bevor der Wecker klingeln wird, wohl auch keinen Sinn mehr. Also, lasse ich es gleich bleiben. Stehe auf, und wanke mit schlurfendem Schritt in die Küche.

Es ist wieder einer von jenen Tagen. Einer, wo ich eben nicht einfach, sollte ich knapp vor dem Morgen vor Erschöpfung einschlafen, kurzerhand bis Mittag im Bett bleiben könnte. Es ist nämlich ein Chemo-Tag!

Kurz nach halb sieben steht der Krankentransportwagen des Roten Kreuz vor der Haustür um mich nach Krems ins dortige Universitätsklinikum zu verfrachten. Dort werde ich mich dem vierten Zyklus meiner Chemotherapie unterziehen.

Krems

Pünktlich um Null-Achthundert Uhr bin ich aus dem Lift im sechsten Stock des Klinikums geschoben worden. Mit beim Eingang erhaltener chinesischer Billig-Maske vor dem Gesicht (laut Aufdruck FFP2, habe aber berechtigte Zweifel).

Nach dem Beziehen meines Stamm-Zimmers, inklusive hastiger Anfrage der Pflegekraft, ob ich schon gefrühstückt habe — als Sonderklasse-Patient ist es schon angenehmer, auch wenn die Tatsache, daß es letztlich eine 3-Klassen-Medizin in Österreich gibt (Zusatzversicherter, Pflichtversicherter, und Nichtversicherter) immer wieder auffällt — folgt das übliche Program: Aufnahmegespräch, Blut-Abnahme und — krächz — CoVid-Test. Immer schön rein durch die Nase! Inzwischen ist das Frühstück kalt.

Man könnte sich fast daran gewöhnen. Nun, etwas muß man hier wohl auch anerkennen, immerhin werde ich nahezu wöchentlich (3×1 Woche, dann 1×2 Wochen Abstand) Corona-getestet. Ich kann mir wohl sicher sein, bei meinen minimalen Kontakten Niemanden einem Infektionsrisiko auszusetzen. Wer hat schon diesen psychischen Luxus?

Irgendwann wird die Visite kommen, ob die Chemotherapie weiter gehen kann, wird ja von Termin zu Termin, nach Vorliegen des aktuellen Blutbildes, entschieden. Also bereite ich mich mental schon mal auf eine längere Wartezeit, so bis zu Mittagessen, vor.

Doch schon nach etwas mehr als einer Stunde (und das ist wirklich rasch, wenn man die dahinter liegenden Abläufe bedenkt) stürmte ein Oberarzt in mein — nur durch mich belegtes — Zwei-Bett-Zimmer. Und es ist Dr. Mayr, mein Lieblingsarzt hier in Krems. Jener Arzt, der mit mir ein sehr ausführliches und verständnisvolles, aber eben auch unverblümt informatives Gespräch vor dem Beginn der Chemotherapie geführt hatte. Nach der Eröffnung, dass er eh noch bei der Visite kommt, die Mitteilung der Blutbefund ist OK, und wenn es mir recht ist, bestellt er jetzt die Chemo. Und dann kann er die gute Nachricht, er scheint vor Freude fast auf der Stelle zu tanzen, nicht mehr zurück halten: Der signifikant Tumor-Marker (CA-19-9) ist von 101 auf 83 gesunken. (NB: Sollte zwischen 0 und 27 liegen , also immer noch zu hoch).

Das Ganze, kombiniert mit der Tatsache, das in meinem Blut keinerlei Krebszellen auffindbar waren, motiviert doch. Am Meisten jedoch die offensichtliche Freude des Arztes.

Der Tag ist möglicherweise doch nicht so Exkrement, wie ich in der Früh noch dachte…

(* to be continued — or not *)

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Passive-Aggressive Verhetzung?

BoxingBunnyWar mir gar nicht klar, dass so etwas geht. Und ich dachte, ich könnte von Van der Bellen nichts lernen. Wieso unsere Verfassung, unser Staat und überhaupt und außerdem alles in Gefahr sein sollte, wenn Bundeskanzler und Bundespräsident der selben Partei angehören, ist mir allerdings immer noch nicht verständlich!

Bis jetzt hat unsere Verfassung da ganz gut funktioniert. Warum dies im Falle der SPÖ kein Problem ist, im Falle der ÖVP kein Problem war, und im Falle der FPÖ plötzlich ein Problem sein soll?
Präsident Partei d. Präsidenten Kanzler Partei d. Kanzlers
Karl Renner SPÖ Leopold Figl ÖVP
Theodor Körner SPÖ Leopold Figl ÖVP
Theodor Körner SPÖ Julius Raab ÖVP
Adolf Schärf SPÖ Alfons Gorbach ÖVP
Adolf Schärf SPÖ Josef Klaus ÖVP
Franz Jonas SPÖ Josef Klaus ÖVP
Franz Jonas SPÖ Bruno Kreisky SPÖ
Rudolf Kirchschläger Bruno Kreisky SPÖ
Rudolf Kirchschläger Fred Sinowatz SPÖ
Rudolf Kirchschläger Franz Vranitzky SPÖ
Kurt Waldheim ÖVP Franz Vranitzky SPÖ
Thomas Klestil ÖVP Franz Vranitzky SPÖ
Thomas Klestil ÖVP Viktor Klima SPÖ
Thomas Klestil ÖVP Wolfgang Schüssel ÖVP
Heinz Fischer SPÖ Wolfgang Schüssel ÖVP
Heinz Fischer SPÖ Alfred Gusenbauer SPÖ
Heinz Fischer SPÖ Werner Faymann SPÖ
Das ist eine Polemik, die ich vom äußersten rechten Rand erwartet hätte – so mit Leuten, die Joseph Goebbels als Vorbild angeben – aber von jemanden der (angeblich) für demokratische Prinzipien eintritt?
Hr. Van der Bellen, Sie und Ihr Verständnis von Demokratie machen mir Angst! Vor Allem, wo Sie das so scheinbar mild und besorgt, fast schon entschuldigend, vortragen. Fast könnte man glauben, dass Sie keine höheren – oder wohl eher niedrigen – Motive haben.
Meine paranoide Gesinnung schlägt da sofort zu und stellt mir die Frage: Wie kommt der auf die Idee. Entspricht das Prof. Van der Bellen’s feuchten Träumen von der Errichtung eines „Grünen Reichs”? Man muss schon Einiges an Talent im faschistoiden Denken haben um solche Überlegungen überhaupt anzustellen. Immerhin sagt man ja: „Wie der Schelm denkt, so ist er!

Von mir wird es jedenfalls kein „Salve Bellen” geben!

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Die grüne Verfassungskrise der Bigotterie

Liar2Hm, das ist interessant. Kurz zusammen gefasst, was da ein Hr. Noll von sich gibt:

Wenn ein „Van der Bellen” die Angelobung eines Bundeskanzlers verweigert ist das in Ordnung, wenn ein „Hofer” eine Regierung entlässt, ist das eben Diktatur. Folglich würde ein Bundespräsident Hofer zu einer Verfassungskrise führen.

Sorry, als Physiker und überzeugter Nicht-Konsument von Cannabis oder ähnlichen bewusstseinsverändernden Drogen kann ich mein logisches Denkvermögen nicht so weit ausschalten um dieser absurden Argumentation zu folgen.

Wenn das die Denkweise des „Van der Bellen”-Unterstützungsteams ist, dann frage ich mich: Welche Planspiele haben die schon ausgeheckt, um überhaupt auf solche Ideen zu kommen. Immerhin heißt es ja: „Wie der Schelm denkt, so ist er.

Und vermutlich muss ich mich tatsächlich aufraffen, und zur Wahl schreiten, weil eine Gruppe, die dermaßen krause Gedanken wälzt, ist mir mehr als suspekt. Und die Bigotterie und das seltsame Demokratieverständnis der Grünen – das klingt ja fast wie „demokratisch ist nur, wer unserer Meinung ist, alle anderen haben nichts zu melden” – will ich nicht unterstützen. Oder in irgendeiner Machtposition in dieser Republik erleben.

Und wie man an anderen Stellen nachlesen kann, habe ich mit dem rechts-gestrigen Rand des politischen Spektrums eben sowenig Freude wie mit dem grün-linken.

ParrotlegalAch ja, die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten eines Bundespräsidenten waren erstaunlicherweise in 6 Jahrzehnten kein Problem, aber plötzlich wären diese es schon? Wieso versucht man dann nicht eine Verfassungsänderung durch zu bringen, wenn da Möglichkeiten existieren, die nicht möglich sein sollten. Oder ist es doch so, wie es mir eben unangenehm aufstößt, diese Möglichkeiten sind für die Grünen schon in Ordnung so lange man diese nur selbst nutzen kann?

An dieser Stelle mein aufrichtiger Dank an den vom ORF (möglicherweise irrtümlich?) als „Verfassungsjurist” titulierten Alfred J. Noll für den Einblick in das grüne Rechts- und Demokratieverständnis und die damit eindringliche zelebrierte Warnung vor einer Wahl des grünen Kandidaten Van der Bellen.

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