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Darabos und die Republik

Der Sportminister und die europäische Demokratie

Der Verteidigungsminister trat ans Podium – und erntete gleich zu Beginn seiner Rede für die Worte „Sie können davon ausgehen, dass wir das Ressort gut führen“ Gelächter und Zwischenrufe. Seine geänderte Position in der Wehrpflicht-Frage begründete Darabos mit „neuen Rahmenbedingungen“ in Europa und mit der Abschaffung des Präsenzdienstes in anderen Ländern. Darabos nannte als Beispiele die „Republik Schweden“ und Deutschland.

Nationalrat – und Wehrpflicht (s. Artikel der Presse)

Das erklärt jetzt aber Einiges, oder?

Zum Beispiel, wieso der Herr Mag. Darabos immer noch glaubt,

  • die von ihm von 18 Stück Tranche 2 Fliegern auf 15 Stück der Tranche 1 wären tatsächlich billiger …
  • ein aus freiwilligen, bezahlten Soldaten bestehendes Heer wäre keine Berufsarmee …
  • besagte Berufsarmee könne bei gleicher Leistung mit den selben Kosten auskommen, wie eine Präsenzdiener-Armee …

Wieso erklärt das irgendetwas?

Nun, der Herr Minister orientiert sich in seinen Präferenzen an der Republik Schweden. Er ließ sich ja auch von Experten aus eben jenem Land die Vor- und Nachteile der schwedischen Lösung erklären.

Und wo ist jetzt das Problem?

Der Minister-Magister glaubt immer noch das Königreich Schweden wäre eine Republik!

Nachdem er sich angeblich ja so gründlich damit beschäftigt hat!

Wäre der Herr Mag. Darabos Arzt und nicht Politiker, stünde er schon längst wegen Kurpfuscherei vor dem Kadi. Als Minister jedoch kann man ja Mit- bzw. Anders-Denkende durch Abberufung zum Schweigen bringen  …

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Sicherheitspolitischer Autist?

Ein richtiger Felgaufschwung für die Landesverteidigung, eine Totalreform des Bundesheeres ist überfällig. Aber alles weist darauf hin, dass für eine solche Reform Norbert Darabos nicht der richtige Mann ist. Er zeigte in seiner jetzigen Amtszeit keinerlei Interesse für die inneren Befindlichkeiten des Bundesheeres, er managt den „Betrieb Bundesheer“ abgeschottet mit ein paar wenigen Vertrauten, er scheut den Kontakt mit Kollegen und Experten aus anderen Ländern (auch dieses Jahr will er angeblich wieder nicht zum wichtigsten Treffen westlicher Sicherheitspolitiker, der Münchner Sicherheitskonferenz, fahren), internationale Sicherheitspolitik ist ihm offensichtlich zuwider. Kurz: Österreich hat einen sicherheitspolitischen Autisten als Verteidigungsminister.

via Wenn ein sicherheitspolitischer Autist das Heer reformieren soll « DiePresse.com.

Man sollte natürlich den ganzen Artikel lesen. Mir gefällt er. Aber der Einschätzung sicherheitspolitischer Autist – so griffig und schön dieser Begriff auf mich auch wirkt – kann und will ich nicht zustimmen. Warum nicht?

(Der Rest des Artikels wurde auf Weisung eines höheren Vorgesetzten entfernt, „um dem Ansehen des Amtes nicht zu schaden„)

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